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M. Meniére

Die Meniére’sche Erkrankung ist eine meist einseitig auftretende Ohrerkrankung und erfolgt in rezidivierenden Anfällen mit Drehschwindel, Tinnitus und einer Hörminderung. Selten (<10 %) kommt sie beidseits vor.
Morbus Meniére wurde zum erstenmal von einem Franzosen, P. Meniére, im Jahr 1861 beschrieben. Die Erkrankung erfolgt Anfallsweise. Vor Beginn des Anfalls mit Drehschwindel, Tinnitus und der Hörminderung kommt es bei ca. 70 % der Patienten zu einem Ohrdruck. Die Anfallsdauer kann mehrere Minuten bis Stunden betragen. Der Ohrdruck, wird vermutet, entsteht durch den endolymphatischen Druckanstieg im häutigen Labyrinth des Innenohres (In der Cochlea (=Schnecke)). Im mittigen endolymphatischen Schlauch findet man Endolymphe und in den beiden umliegenden Schläuchen findet man Perilymphe. Perilymphe ist Natriumreich und Kaliumarm. Endolymphe ist Kaliumreich und Natriumarm.
Durch Resorptionsstörung der Endolymphe kommt es zum Druckanstieg im Endolymphschlauch und zum rupturieren der Reissner’schen Membran. Dadurch gelangt kaliumreiche Endolymphe in den perilymphatischen Raum. Somit wird der Hör- und Gleichgewichtsnerv depolarisiert und gehemmt. Es kommt zum Schwindel, zur Hörminderung und zum Tinnitus. Durch die unterschiedlichen Signalweitergaben von beiden Innenohren zur Hörrinde kommt es vermutlich zur Verarbeitungsstörung der Signalinformationen und es entsteht ein Tinnitus. Durch rezidivierende Anfälle kommt es anfangs zur Hörminderung, welches sich im anfallsfreien Intervall regeneriert und im Spätstadium zum bleibenden Hörverlust.
Die Diagnose wird Anamnestisch (Ohrdruck, Hörminderung, Tinnitus und Drehschwindel) und durch audiologische Untersuchungen (Hörtest, BERA, Elektrocochleographie, Glyzeroltest u.m.) gestellt. Die Diagnose wird durch Ausschluss anderer möglicher Erkrankungen gestellt. Die Therapie reicht von konservativer Tablettentherapie, Infusionstherapie, Schwindelübungen bis zur symptomatischen Behandlung der Beschwerden. Bei starker Einschränkung der Lebensqualität aufgrund kurzer Anfallsabstände kann eine Gentamycintherapie (Durch Gentamycin werden Sinneszellen im Innenohr ausgeschaltet; Ziel: Das Vestibularorgan isoliert auszuschalten ohne das Hörvermögen zu schädigen) oder eine Operation (z.B eine Saccotomie, Labyrinthektomie) nötig sein. Durch rezidivierende Anfälle kommt es zur progredienten Hörminderung bis hin zum Hörverlust.


© Frankfurt, den 2007-09-23 , Ö. Demirbas