Entfernung der Gaumen- und Rachenmandel*
Die Gaumenmandel
(Tonsilla palatina) und Rachenmandel
(Adenoide) gehören zum lymphatischen Gewebe und sind bei Neugeborenen klein. Am Zungengrund findet man die unpaare Zungengrundmandel.
Die Gaumenmandel ist paarig angelegt und sitzt zwischen den beiden Gaumenbögen (Bild 1). Die Rachenmandel ist unpaar und sitzt hinter der Nasenhaupthöhle im Nasenrachenraum (Bild 2).
Aufgrund wiederholter Infekte kommt es zur Größenzunahme der Mandeln. Mit 8-11 Jahren haben sie ihre Funktion erfüllt und bilden sich zurück.
Durch Größenzunahme der Gaumen- und Rachenmandel kommt es zur Verlegung der oberen Atemwege. Dies führt
- zur Behinderung des Sekretabflusses aus dem Mittelohr und
- Hörminderung durch Paukenerguss,
- Schnarchen,
- Mundatmung,
- Nasenlaufen,
- Zahnfehlstellung,
- Sprachentwicklungsstörung.
Ebenfalls kommt es durch Verlegung der oberen Atemwege kommt zum Schnarchen und zu Atemaussetzern während des Schlafs. Die Verlegung der Atemwege führt auch zum Anstieg des Atemwegswiderstands und zum Absinken der Sauerstoffkonzentration im Blut. Bei Kindern äußert sich die u. a. durch Konzentrationsmangel und Tagesmüdigkeit.
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1. Wann müssen die Rachenmandel und die Gaumenmandel entfernt werden ? Bei Ausbleiben der Beschwerdelinderung durch die konservative Therapie (Antibiose, Valsalva - Druckausgleich, abschwellendes Nasenspray) müssen die Rachenmandel und bzw. oder die Gaumenmandel operativ entfernt werden. Die Rachenmandel muss bei, - rezidivierender Mittelohrentzündung, - rezidivierender Nasenschleimhautentzündung, - überwiegender Mundatmung, - nächtlichem Schnarchen mit Atemaussetzern, entfernt werden. Die Gaumenmandelentfernung sollte man soweit es geht hinaus zögern, da sie für die Entwicklung des Immunsystems von Bedeutung ist. Ansonsten ist eine Entfernung bei - jährlich > 2 Gaumenmandelentzündungen, - Zustand nach Peritonsillarabszess* und - einem Gaumenmandeltumor indiziert. Eine gleichzeitige Entfernung der Gaumen- und Rachenmandel sollte bei gleichzeitigem Vorliegen obiger Indikationen durchgeführt werden. |
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2. Wie erfolgt die Operation ? Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Die OP erfolgt über die Mundhöhle mit speziellen Instrumenten (Bild 3 u.4). Adenotomie : Die Polypen werden mit dem Beckmann Ringmesser aus dem Nasenrachenraum ausgeschabt (Bild 3). Tonsillektomie : Die Tonsille wird aus ihrer Kapsel herausgeschnitten. Blutungen werden durch elektrische Koagulation gestoppt (Bild 4). |
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3. Welche Operationsrisiken liegen vor ? A - OP-Risiken der Adenotomie - Schluckbeschwerden - Offenes Näseln - Erneutes Wachsen der Polypen - Zahn- und Uvulaschäden - Nachblutung - Tubenverletzung und dadurch - Rezidivierende Otitiden B - OP - Risiken der Tonsillektomie - Zahn- und Uvulaschäden - Nachblutung - Ausstrahlende Schmerzen (Hals, Ohr) - 14 Tage ab Operation: 1) Keine körperliche Belastung 2) Kein Sonnenbad 3) Kurze Dusch-/Badephasen - Nervenverletzung (n. lingualis, glossopharyngeus, vagus) - Rest-Mandel - Rezidivierende Reizung des Rachens - Mundgeruch * (Peritonsillarabszeß = Eiteransammluung um die Gaumenmandel herum) |
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