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Online-Aufklärung
Parazentese/Paukenröhrcheneinlage
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1. Was ist eine Mittelohrentzündung ? Eine Mittelohrentzündung ist eine Schleimhautentzündung hinter dem Trommelfell im Mittelohr mit einer Ansammlung von Sekret. |
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2. Was passiert durch die Sekretansammlung im Mittelohr ? Hörmechanismus: Akustische Signale gelangen über die Ohrmuschel in den Gehörgang. Im Gehörgang werden diese vom Trommelfell aufgenommen und über die Gehörknöchelchen ( Hammer, Amboss und Steigbügel ) im Mittelohr an das Innenohr weiter geleitet. Im Innenohr werden die akustischen Reize über den Hörnerv an das Gehirn, im speziellen an die Hörrinde weiter gegeben. Dort und z. T auch schon vorher wird das Signal analysiert, interpretiert und wahrgenommen. Die Belüftung des Mittelohres ist wichtig für die ideale Weiterleitung des akustischen Reizes vom Trommelfell zum Innenohr. Die Belüftung des Mittelohres wird durch die Eustach'sche Röhre (auch Tube genannt) gewährleistet. Liegt eine Belüftungsstörung des Mittelohres vor, kommt es zur Sekretansammlung im Mittelohr. Durch das Sekret sind die Gehörknöchelchen nicht mehr gleichermaßen Beweglich. Dadurch geht Schall im Mittelohr verloren und es liegt eine Hörminderung vor. Die Häufigste Ursache einer Mittelohr-Belüftungsstörung sind Adenoide (=im Volksmund auch "Polypen" genannt. |
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3. Wieso haben Kinder häufig eine Mittelohrentzündung ? Durch die anatomischen Verhältnisse sind Kinder häufiger betroffen als Erwachsene. Bei Kindern ist die Eustach'sche Röhre im Vergleich zu Erwachsenen kürzer. Daher ist eine von der Nase zum Mittelohr aufsteigende Infektion leichter möglich. Sekret bildet sich im Mittelohr und durch Adenoide (=Polypen) im Nasenrachen ist der Abfluss gestört. (Bild 1) |
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4. Operation Wenn die konservative Therapie mit abschwellendem Nasenspray, Druckausgleich und Antibiose im akuten Stadium nicht anschlägt muss eine Parazentese und ggf. eine Paukendrainage (Paukenröhrcheneinlage) erfolgen. In der Operation wird ein Schnitt am Trommelfell gemacht und das Sekret aus dem Mittelohr abgesaugt. Anhand der Sekretkonsistenz entscheidet der Operateur ob eine Paukenröhrcheneinlage erforderlich ist. |
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5. Worauf muss ich nach der Operation aufpassen ? Nach der Operation müssen Sie das Ohr, wenn nur eine Parazentese erfolgt ist einige Tage vor Wasser schützen und wenn ein Paukenröhrchen eingelegt worden ist muss das Ohr so lange das Röhrchen im Trommelfell sitzt vor Wasser geschützt werden. Durch regelmäßige Kontrollen bei ihrem HNO Arzt wird die Lage des Röhrchens untersucht. |
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6. In welcher Narkoseform wird die Operation durchgeführt ? Die Operation wird in Vollnarkose und i.d.R. ambulant durchgeführt. Bei anamnestischen Hinweisen bzw. Risiken muss der Patient einige Tage stationär überwacht werden. |
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7. Wann wird das Paukenröhrchen entfernt ? Man unterscheidet passagere Röhrchen (Bild 3 und 4) die selbstständig vom Trommelfell abgestossen werden und Dauerröhrchen (Bild 5). Passagere Röhrchen (Silikon (Bild 3) oder Metallröhrchen (Bild4)) sind ca. 1 Jahr im Trommelfell und werden dann abgestoßen. Dauerröhrchen (Bild 5) werden bei vorzeitigem abstoßen von passageren Röhrchen und weiterhin bestehender Mittelohrproblematik eingesetzt und müssen in einer zweiten Operation entfernt werden. |
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8. Kann nach rausfallen oder operativem entfernen des Paukenröhrchens erneut eine Mittelohrentzündung oder ein Paukenerguß entstehen ? Ja. Bei erneuten Beschwerden wird wieder zuerst konservativ (medikamentös) therapiert und bei ausbleiben einer Besserung über einen längeren Zeitraum muss ggf. wieder eine Operation erfolgen. |
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9. Risiken der Parazentese / Paukendrainage
-Operation: - Hörminderung, Ertaubung - Kurzfristige oder bleibende Geschmacksstörung - kurzfristige oder bleibende Gesichtsnervlähmung - Mittelohrentzündung - Hirn- oder Hirnhautentzündung - Trommelfellperforation und operativer Wiederverschluss einer nach der Operation bestehenden Trommelfellperforation - Wenn das Röhrchen nicht selbstständig abgestossen wird muss eine operative Paukenröhrchenentfernung erfolgen - Abgleiten des Röhrchens in das Mittelohr bedarf einer Erweiterung des Trommelfellschnitts und einer Entfernung des Paukenröhrchens aus dem Mittelohr - Schwimmverbot bei bestehendem Paukenröhrchen - Schwindel und Tinnitus (Ohrgeräusch) |
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